Pferde

Königssee.....

unser großer Struppi. Er hat mir und meiner Frau viel beigebracht. Leider hat er sich bei einem Sturz die tiefe Beugesehne gedehnt. Dabei wurden die Gleichbeine in Mitleidenschaft gezogen und er war Lahm. Trotz intensiver Bemühungen der Klinik für Pferde der Ludwig-Maximilians-Universität München um Prof. Dr. Gerhards konnte Ihm leider nicht geholfen werden. Ich musste Ihn auf die "Große Koppel" bringen. An diesem Morgen war es neblig und Louis Armstrong sang "What a wonderfull world".


Trasimena.....

Sie war eine Dame! Bevor Sie zu uns gekommen ist gab es einige Vorfälle die Sie... lassen wir das. Mit einem Pilz am ganzen Körper und großer Furcht vor älteren weißhaarigen Männern ist Sie gekommen. Ihr Vertrauen uns gegenüber war unglaublich. Sie war zwar klein aber oho! Schnelle Hinterfüße, die auch mitten im Trab zur Seite hauen konnten, ja so war Sie. Man brauchte nicht mit Ihr zu diskutieren, aber wenn man Ihr eingepflanzt hatte das Sie das eigentlich will, war Sie mit Feuer und Flamme dabei. Sie wäre eher für Ihren Reiter oder Fahrer tot umgefallen, als für Ihn aufzugeben. Moppelchen konnte den Kragen stellen, da war Sie glatt 5 cm größer. Sie ging für einige Zeit in Ruhe auf eine schöne Weide im Niederbayerischen Rottal. Hier hat Sie zwei weiteren Söhnen das Leben geschenkt: Candy Moon und Bengy. Alle zwei waren mit Ihrem großen Bruder Leroy zusammen und konnten toben und Blödsinn machen.
Sie ging dann zu meiner Nichte. Hier hatte Sie dann eine Sehnenverletzung. Ich war leider nicht dabei als Sie auf die "Große Koppel" gegangen ist. Es tut mir heute noch weh daran zu denken, weil dieses süße Dunkelfuchsmädel mir mehrfach mit Ihrer Sturheit das Leben gerettet hat.


Apollo.....

Marcus schau dir das Pferd mal an, ein richtig gutes Pferd. Für "ein Appel und ein Ei" ist er über den Tisch gegangen. Aber nur weil er alle Freizeitreiter die Ihn kaufen wollten unsanft abgesetzt hat. Nachdem er bei Tibor das Kutsche ziehen gelernt hatte und ich Ihn dann weiter gefahren habe konnte mit Apollo den Gespannführer FN machen. Unser Trainer sagte mal: "Marcus wenn Ihr beide unter 8.0 vom Platz geht, dann hast du Scheiße gebaut.". Puhhh harte Worte von einem S-Richter. Jetzt wusste ich was es heißt einen "Solitär" zu fahren. Eines Tages ging er Lahm, es wurde ein "Aktivierungsspat" festgestellt. Dabei ist auch Ataxie im Halsbereich festgestellt worden. Unmotiviertes einknicken der Hinterläufe, ein Umfallendes Pferd.... Ich musste Ihn auf die "Große Koppel" bringen.


April Rain.....

als ich Sie bekommen habe war Sie bereits auf einem Auge blind. Falsche Medikation eines Trainers oder hat hier der Tierarzt geschludert? Sie war ein Fahrpferd durch und durch. Die Einschränkung war keine, Sie hatte bald so ein Vertrauen zu mir, das wir überall durch die Gegend gefahren sind. Dann fing das erblindete Auge an zu Tränen, ich holte den Tierarzt und er stellte fest das sich die Linse des Auges von den Muskeln gelöst hatte und nach vorn gekippt ist. Es müssen höllische Schmerzen gewesen sein. Eine OP des defekten Auges wäre möglich gewesen. Was aber wenn das andere Auge sich auch wie dieses Bakteriell infiziert? Es war schwer zum abwägen. Ich brachte Sie auf die "Große Koppel".


Chase Manhattan....

Chasy. Unsere ersten Fahrten waren schnell. Also angespannt (ließ er schön mit sich machen) , abgehängt vom Balken und dann in Fahrt schnell auf die Kutsche und den Bock gesprungen. Er musste das stehen mit Kutsche erst lernen. Geritten wurde er mal (50 Meter) von meiner Tochter ansonsten nur gefahren. Er war ein Verlasspferd! Meiner damals 3 jährigen Tochter hab ich mal die Leinen in die Hand gedrückt und Sie ist Ihn gefahren (Ich bin neben Ihr am Bock gesessen und hatte das Leinenende in der Hand). Er wusste genau wo der Weg langgeht. Er ging für einige Zeit in Ruhe auf eine schöne Weide im Niederbayerischen Rottal. Als er wieder zu mir gekommen ist, litt er schon an einer Nierenentzündung. Auch er musste auf die "Große Koppel" gehen, es war nichts mehr zu machen.


Meraldo....

Ein Hengst, "Um Himmels Willen". Ein Aufschrei in unserem Reitstall, der könnte ja..... ich hab mich breitschlagen lassen ihn zu Kastrieren. Im Nachhinein ein Fehler. Er war nicht hengstig, wenn mal ein Mädel vorbeigegangen ist, hat er mal geguckt und ein wenig gegrummelt. Zu meinen Kindern war er eine Seele von Pferd. Mitten in seiner Bewegung hielt er inne bis Kind weit genug weg war das nichts passieren konnte. Er hat nie was angestellt. Tja, dann die Kastration, da war vorher noch nie viel Hengst da und hinterher ganz wenig Pferd. Als Hengst sind wir unter den verrücktesten Wetterlagen und Umständen rausgefahren, als Wallach sah er Gespenster.
Er war nicht mehr zu halten, je mehr ich zurückhielt, des do mehr pullte er dagegen. 3 schwere Unfälle in nicht ganz 3 Monaten, der heftigste mit deftigen Versicherungsschaden. Bei diesem letzten Unfall zog er sich an der Schulter vorn eine Verletzung zu die nie wieder richtig ausgeheilt ist. Ich brachte Ihn auf die "Große Koppel". 

Bengy.....

Und wieder ein Hengst! Diesmal nein, keine Kastration. Er war genauso wenig hengstig wie Meraldo, eher noch weniger. Aber führe Ihn nicht in Versuchung. "Frau" hat am Hof einigermaßen akzeptiert das ich nur wenn es gar nicht mehr anders geht ihn legen lasse. Er steht gemütlich im Stall und schaut den Mädels zu wie Sie vom Schmied beschlagen werden. Kein Stress, kein getobe. "Hey Bengy! No women no cry! Merk es dir". Bis jetzt hat er sich daran gehalten obwohl Ihn die Mädels schon mal schöne Augen machen. Sowohl in der Reitstunde (mit Stuten und Wallachen) als auch bei Ausfahrten ein Vorbild von Hengst. Da steckt viel gute Erziehung drin. Als er vom Einreiten gekommen ist, sagt eine Bereiterin (Sie hatte einen Bandscheibenvorfall) "Draufsitzen und wohlfühlen, nur beim Gamaschen anlegen müssen Sie schnell sein". Ich wusste mit dem letzten Teil nichts anzufangen und räumte Ihm einfach mal die Hufe aus. Als ich zu seinem Hinterfuß gekommen bin zog er durch. Ich hatte Glück das er danebengehauen hat sonst hätte ich einen richtig dicken Blauen gehabt. Mit viel gelben Rüben als Belohnung wenn er Füßchen gegeben hat. Er war begierig oder gierig nach Rüben also lernte er sehr schnell. Bald konnte ich seine Vorderhufe ausräumen ohne Stress aber mit "Leckerli". Seine Hinterbeine dauerten etwas länger, aber heute reicht ein Fingerzeig und er hebt seine Füße und wartet darauf das Sie gemacht werden. Am Ende kommt noch das obligatorische Leckerli (irgend was kleines). Er steht wie ne eins! Vom "wilden Hengst" könnten sich da einige noch was abschneiden.
Ach ja, manchmal erinnert er mich an seine Mama Trasimena.....

Nix mehr mit "wilden Hengst"! Seit Februar 2012 ist er ein Wallach, ich versuch mich zu trösten.... jetzt kann dann bald meine ambitionierte Tochter auf Bengy in der Reitstunde reiten. Ich hoffe es verspricht da was es halten soll und ich hab nicht schon wieder einen Gespenster sehenden Wallach. Die nächste Zeit wird es zeigen!

Umzug!
Nach über 10 Jahren Bengy und Sedlhof sind wir Umgezogen in den Reit- u. Fahrstall Zeugner nach Walda. 24 km waren es bis dahin, trotz kleiner Probleme haben wir alles recht gut Überstanden. Nach einer Eingewöhnungsphase ging es dann mit dem Fahrtraining los. Und es läuft..... Bengy ist zufrieden. In der Herde ist er irgendwo in der Mitte und hat keinen Stress mehr :-) Chef zu sein ist Stress und den darf sich jemand anders antun. Das erste Lob haben wir uns schon verdient. "Selten das man in der ersten Fahrstunde so weit kommt!"

So das erste Jahr ist fast rum.... Barbara und Bengy haben diesen Winter einen "Sprung" nach vorn gemacht. Jetzt klappen viele Dinge die früher nicht möglich waren. Jetzt schaut das ganze schon wie Dressurreiten aus! Jetzt wäre vielleicht Unterstützung recht.

Jetzt hat es uns nach Schnellmannskreuth zum Bitzl Tom verschlagen. Die Halle ist schon richtig gut um gerade im Winter darin zu fahren.
Auch die meisten Reiter haben uns als Gespann akzeptiert. "Dich hört man wenigstens mit der Kutsche...".,
"Meinem Pferd seid ihr Wurscht...." ist schön sowas zu hören.

Danke an alle die uns unterstützten!